Freitag, 10. Juni 2011

Zinsaufwand, explizit und implizit

Durch den Zinsaufwand wird in der Praxis vielfach ein maßgeblicher Teil des Rohertrags eines Unternehmens verzehrt. Die absolute Höhe ist wesentlich bestimmt von den Volumina aufgenommener Fremdfinanzierungen sowie durch die Durchschnittsverzinsung. In relativer Hinsicht besteht besonderes Interesse im Rahmen einer Unternehmensanalyse, wie sie die Hausbank oder eine Unternehmensberatung durchgeführt wird, wie sich der Zinsaufwand im Branchenvergleich und im Zeitablauf darstellt. Entscheidend ist, dass bei näherer Betrachtung nicht nur auf den handelsrechtlichen Zinsaufwand im engeren Sinne abzustellen ist, sondern auch auf implizite Zinsen, welche im Rahmen von Lieferantenkrediten – grundsätzlich eine teure Form der Finanzierung – anfallen. Auch Leasingverträge beinhalten keinen expliziten Zinssatz, mit dem die Kapitalüberlassung vergütet wird, sind logischerweise aber auch mit Finanzierungskosten beladen. Bei einer Neustrukturierung der Unternehmensfinanzierung stellt der Zinsaufwand häufig eine bedeutsame Stellschraube dar, zum Beispiel dergestalt, dass kurzfristige (und teure) Kredite durch mittelfristige Finanzierungsmittel auf Darlehensbasis abgelöst werden.

Labels: , , , , , , , ,

Freitag, 27. Mai 2011

Eigenkapitalentzug prüfen

Das Eigenkapital eines Unternehmens ist ein knappes Gut, das gehegt, gepflegt und im Idealfall vermehrt sein will. Es hat elementare Funktionen als Haftungsmasse gegenüber Dritten sowie als möglicher Verlustpuffer. Die Eigenkapitalquote, errechnet als Relation von Eigenkapital zu Gesamtkapitel hat immense Bedeutung im Rahmen einer Jahresabschlussanalyse durch Banken oder einer Unternehmensanalyse durch eine Unternehmensberatung. Die Eigenkapitalquote, betrachtet im Branchenvergleich und im Zeitablauf beeinflusst auch das Rating eines Unternehmens nicht unwesentlich. Die Thesaurierung erwirtschafteter Gewinne und Einlagen der Gesellschafter erhöhen das Eigenkapital; Verluste und Ausschüttungen verzehren es. Entsprechend will es reiflich überlegt sein, außerplanmäßige Entnahmen durchzuführen. Auch größere Anschaffungen oder private Investitionen wie eine Baufinanzierung sind bei geordneten finanziellen Verhältnissen für Selbstständige bzw. Unternehmer als Vollfinanzierung darstellbar.

Labels: , , , , , , ,

Montag, 21. März 2011

Buchführung reicht nicht

Unternehmen, die sich in ihrem Rechnungswesen auf das Notwendigste beschränken, also Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten, verschenken in erheblichem Maße Potenziale und setzen sich auf mittlere Sicht gleichzeitig nicht zu unterschätzenden Risiken aus. Das Ergebnis einer Unternehmensanalyse, die nicht selten erst dann als Krisenmanagement durchgeführt wird, wenn sich die Ergebnisse bereits in einem Abwärtstrend befinden, ist häufig, dass es dem Betrieb an wirkungsvollen internen Steuerungsinstrumenten mangelt bzw. dass es kein funktionsfähiges Controlling gibt. Ohne ein den betrieblichen Bedürfnissen gerechtes Controlling wird jedoch gewissermaßen vor sich hin gewirtschaftet. Das Fehlen hinreichender Transparenz im Kosten- und Erlösbereich kann mittel- bis langfristig jedoch verheerende Folgen auf den Unternehmenserfolg nach sich ziehen, führt mindestens aber zu suboptimalen Ergebnissen.
Zu hohe Kosten und/oder ungenutzte Absatz- und damit Umsatzpotenziale sind Problemstellungen, mit denen sich vor allem jüngere Unternehmen, die sich noch im Status einer Existenzgründung befinden, konfrontiert sehen. Sie unterschätzen häufig die Auswirkung fehlender Transparenz im Kosten- und Erlösbereich. Da es zudem keinerlei administrative Vorgaben zur Ausgestaltung eines Controllings gibt, beschränkt sich dieser Bereich häufig auf die (oberflächliche) Lektüre der in der vom Steuerberater gelieferten monatlichen bwA enthaltenen Kennzahlen aus der Buchführung.
Dass neben dem Zahlenmaterial für Zwecke der Handelsbilanz und die Steuererklärungen betriebswirtschaftliche Kennzahlen einen immensen Erkenntniswert für die Unternehmensführung aufweisen können, mag man sich daran verdeutlichen, dass es ohne diese keine befriedigenden Aussagen darüber gibt, mit welchen Produkten oder Dienstleistungen das Unternehmen eigentlich Geld verdient, ob es Verlustbringer im Portefeuille hat oder mit welchen Kunden man im Ergebnis rote Zahlen schreibt. Das Kerngeschäft einer Unternehmensberatung besteht darin, durch Implementierung hinreichender, an den betrieblichen Bedürfnissen orientierter Controllinginstrumente, beispielsweise Einführung einer Deckungsbeitragsrechnung, nachhaltigen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen.

Labels: , , , , , , ,

Montag, 14. Februar 2011

Liquiditätsreserve

Unter der Liquiditätsreserve werden alle diejenigen Vermögenswerte zusammengefasst, die kurzfristig, also im Grunde täglich, verflüssigt werden können, ohne dass das Risiko von plötzlichen Wertminderungen besteht. Dieser Liquiditätspuffer ist bedeutsam, um seinen bestehenden und kurzfristig möglichen finanziellen Verpflichtungen jederzeit fristgerecht nachkommen zu können, also nicht in Zahlungsverzug zu geraten. Im Rahmen der Jahresabschlussanalyse durch Kreditinstitute bzw. einer Unternehmensanalyse seitens einer Unternehmensberatung stehen die Liquiditätsreserve und damit zusammenhängende betriebswirtschaftliche Kennzahlen nicht selten im Vordergrund. Zur Liquiditätsreserve zählen Bargeldbestände, Guthaben auf Kontokorrentkonten, Tagesgelder und kurzfristige Termingelder, im weiteren Sinne auch eingeräumte Kredite zur Finanzierung der Betriebsmittel.

Labels: , , , , , , , ,

Montag, 17. Januar 2011

Cashflow

Der Cashflow (“Zahlungsmittelüberschuss“ einer Periode) stellt die zentrale Größe bei der Bonitätsprüfung durch Kreditinstitute im Rahmen einer möglichen Kreditgewährung dar. Auch eine Unternehmensberatung widmet sich aus diesem Grund im Rahmen einer Unternehmensanalyse häufig intensiv der Finanzlage bzw. hier insbesondere dem Cashflow. Die Bonitätsbeurteilung eines Kreditnehmers stellt insbesondere auf dessen Kapitaldienstfähigkeit ab, also seine Fähigkeit, den notwendigen Kapitaldienst für bereitgestellte Finanzierungen in Form von Zins- und Tilgungsleistungen aus der laufenden Geschäftstätigkeit heraus zu erwirtschaften. Grundsätzlich wird zur Cashflow-Ermittlung das handelsrechtliche Ergebnis herangezogen, vermehrt um nicht liquiditätswirksame Aufwendungen wie z.B. Abschreibungen, und vermindert um außerordentliche Einflüsse.

Labels: , , , , , , , ,

Montag, 29. November 2010

Eigenkapital: Ein knappes Gut

Das Eigenkapital eines Unternehmens setzt sich zusammen aus dem bilanziellen Eigenkapital (Rücklagen, Bilanzgewinn, ggf. Stammkapital) und bilanziell nicht ersichtlichen (stillen) Reserven. Das Eigenkapital hat eine wichtige Funktion als Haftungsmasse gegenüber Dritten sowie als möglicher Verlustpuffer. Die Eigenkapitalquote als Relation von Eigenkapital zu Gesamtkapitel hat, insbesondere im Branchenvergleich, eine hervorgehobene Bedeutung im Rahmen der Unternehmensanalyse und entsprechende Auswirkungen auf das Rating eines Unternehmens. Eine Thesaurierung erwirtschafteter Gewinne erhöht das Eigenkapital ebenso wie Einlagen der Gesellschafter; Verluste und Ausschüttungen zehren das Eigenkapital auf. Entsprechend versteht sich von selbst, dass es sehr gut überlegt sein will, dem Unternehmen für private Anschaffungen Eigenkapital zu entziehen. Hierzu sollte man bedenken, dass auch größere Vorhaben wie eine private Baufinanzierung bzw. Immobilienfinanzierung bei geordneten finanziellen Verhältnissen ohne den Einsatz von Eigenmitteln grundsätzlich darstellbar sind.

Labels: , , , , , , , , ,

Freitag, 1. Oktober 2010

Cashflow

Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens spielt der Cashflow eine herausragende Rolle. Es handelt sich um den in einer Periode, beispielsweise binnen eines Geschäftsjahres, erzielten Zahlungsmittelzufluss.
Er lässt sich vereinfacht dadurch ermitteln, dass zum handelsrechtlichen Jahresüberschuss/-fehlbetrag die Abschreibungen auf das Anlagevermögen, die Erhöhungen langfristiger Rückstellungen sowie die Zinsaufwendungen addiert werden und im Gegenzug Zuschreibungen auf das Anlagevermögen, Auflösungen langfristiger Rückstellungen und Zinserträge subtrahiert werden.
Die Bedeutung des Cashflows im Rahmen der Jahresabschluss- und Unternehmensanalyse wird dadurch deutlich, dass es für Kreditinstitute vornehmlich um die Beurteilung geht, inwieweit ein Kunde den Kapitaldienst für die zur Verfügung gestellten Finanzierungen vereinbarungsgemäß erbringen kann. Dieser setzt sich aus den Tilgungsleistungen und den Zinsen als Nutzungsvergütung für die Kapitalüberlassung zusammen. Da beide Positionen in einer Darlehensrate enthalten sind und bei ihrer Fälligkeit liquiditätswirksam werden, ist es somit sachgerecht, vorrangig auf den Cashflow als rechnerischen Saldo sämtlicher liquiditätswirksamer Größen abzustellen. Bei Problemen hinsichtlich der Finanzlage eines Unternehmens, die sich in kontinuierlich abnehmender Liquidität, einer steigenden Inanspruchnahme der Kreditlinie und/oder einem verschlechterten Rating seitens der Hausbank äußern, bietet es sich an, eine unabhängige Unternehmensberatung zu konsultieren.

Labels: , , , , , , , , ,

Dienstag, 28. September 2010

Jahresabschluss

Der Jahresabschluss eines Unternehmens hat mehrere Adressaten. Die wichtigsten in der Praxis stellen die Kreditinstitute dar, die mit Finanzierungen zur Verfügung stehen. Der Jahresabschluss ist für Außenstehende wie Kreditgeber die wichtigste Erkenntnisquelle für die Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse eines Unternehmens. Für beruflich Selbstständige, die ihren Gewinn nicht durch Betriebsvermögensvergleich ermitteln, tritt die jährliche Einnahmen-Überschuss-Rechnung (§ 4 Abs. 3 EStG) an die Stelle des Jahresabschlusses.
Die turnusmäßige zeitnahe Einreichung des Jahresabschlusses ist Bestandteil der Geschäftsbeziehung zwischen Unternehmen und Kreditinstituten. Das Ergebnis der Analyse des Jahresabschlusses mündet für gewöhnlich in ein Rating. Dieses kann einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die künftigen Finanzierungsbedingungen ausüben. Bei einer diesbezüglichen Verschlechterung kann es zielführend sein, die Dienste einer bankenunabhängigen und somit neutralen Unternehmensberatung zum Zwecke der Unternehmensanalyse in Anspruch zu nehmen.

Labels: , , , , , , ,