Freitag, 10. Juni 2011

Zinsaufwand, explizit und implizit

Durch den Zinsaufwand wird in der Praxis vielfach ein maßgeblicher Teil des Rohertrags eines Unternehmens verzehrt. Die absolute Höhe ist wesentlich bestimmt von den Volumina aufgenommener Fremdfinanzierungen sowie durch die Durchschnittsverzinsung. In relativer Hinsicht besteht besonderes Interesse im Rahmen einer Unternehmensanalyse, wie sie die Hausbank oder eine Unternehmensberatung durchgeführt wird, wie sich der Zinsaufwand im Branchenvergleich und im Zeitablauf darstellt. Entscheidend ist, dass bei näherer Betrachtung nicht nur auf den handelsrechtlichen Zinsaufwand im engeren Sinne abzustellen ist, sondern auch auf implizite Zinsen, welche im Rahmen von Lieferantenkrediten – grundsätzlich eine teure Form der Finanzierung – anfallen. Auch Leasingverträge beinhalten keinen expliziten Zinssatz, mit dem die Kapitalüberlassung vergütet wird, sind logischerweise aber auch mit Finanzierungskosten beladen. Bei einer Neustrukturierung der Unternehmensfinanzierung stellt der Zinsaufwand häufig eine bedeutsame Stellschraube dar, zum Beispiel dergestalt, dass kurzfristige (und teure) Kredite durch mittelfristige Finanzierungsmittel auf Darlehensbasis abgelöst werden.

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Montag, 18. April 2011

Lohnen sich zinslose Kredite?

Zinslose Kredite stellen sich bei näherer Betrachtung nur selten als tatsächlich zinslos dar. Dies beruht auf dem Umstand, dass im kaufmännischen Geschäftsverkehr selten jemand etwas zu verschenken hat. Darauf liefe ein zinsloser Kredit im wirtschaftlichen Ergebnis hinaus. Eine andere Frage ist indessen, inwieweit Zinsen im Rahmen eines Kredites offen ausgewiesen werden. Im Rahmen der Geschäftsbeziehung zwischen Unternehmen sind Zahlungsziele, die dem Abnehmer gewährt werden, nicht unüblich. Ob es sich bei einem eingeräumten Zahlungsziel, einem Lieferantenkredit, um eine günstige Finanzierung handelt, muss im Einzelfall ermittelt werden. Nicht selten errechnen sich jedoch Finanzierungskonditionen, welche die üblicherweise von Banken verlangten Zinssätze um mehrere Prozentpunkte übersteigen. Das Unternehmen sollte sich, sofern die Situation des Betriebes darauf hinausläuft, dass die Inanspruchnahme der betrieblichen Kreditlinie im Einzelfall bereits die günstigste Form der Unternehmensfinanzierung darstellt, von einer versierten Unternehmensberatung unterstützen lassen. Die Problematik, dass Finanzierungskosten für die Inanspruchnahme von Fremdkapital nicht offen ausgewiesen und somit vergleichsweise intransparent sind, betrifft neben Lieferantenkrediten auch Leasing. Hier mangelt es auch an der Angabe des Effektiven Jahreszinses als Vergleichsgrundlage zu einem Kredit. Daraus folgt nicht, dass keine Zinsen berechnet werden. Faktisch verdienen sogar zwei Unternehmen an der Finanzierung, nämlich zum Einen die Leasinggesellschaft, zum Anderen die refinanzierende Bank.

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Montag, 12. April 2010

Bankauskunft

Kreditinstitute erteilen Auskünfte über ihre Firmen- und Unternehmenskunden, sofern diese nicht im Vorwege die Einwilligung hierzu grundsätzlich verweigert haben. Eine Bankauskunft wiederum erhält nur ein Dritter, der ein berechtigtes Interesse glaubhaft machen kann. Üblich sind beispielsweise Anfragen eines Unternehmens über einen potenziellen neuen Debitoren, inwieweit die Hausbank den Abnehmer als “gut“ für einen Lieferantenkredit in bestimmter Höhe über eine bestimmte Laufzeit einschätzt. Umgekehrt signalisieren vermehrte Auskunftsanfragen über einen Kreditnehmer dem jeweiligen Kreditinstitut unter Umständen Zweifel an der Bonität des Unternehmens innerhalb der Branche; dies kann als ein frühzeitiger Krisenindikator angesehen werden.

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